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GESCHICHTE

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GESCHICHTE

Christoph Kolumbus erreichte Venezuela im Jahr 1498 während seiner dritten Reise nach Amerika, als er von der Insel Yare (heute Trinidad genannt) herkommend mit seinem Segelschiff vor der Halbinsel Paria ankerte und die Mündung des Orinocoflusses entdeckte. Vierzehn Tage später würde er die Perlenzuchtstätten von Cubagua entdecken und er gab einer perlenreichen Insel, wo ihn die Eingeborenen ohne grosse Verwunderung empfingen und ihm die Hand gaben, den Namen Margarita.

Ein Jahr später segelten Amerigo Vespucci und Alonso de Ojeda entlang der Küste des heutigen Venezuela, vom Golf von Paria aus bis zum Maracaibosee, wo sie einige auf Pfählen gebaute indianische Dörfer vorfanden (daher der Name “Klein- Venedig” oder Venezuela).

Die erste Besitznahme durch die Spanier erfolgte im Jahr 1513 auf der Insel Cubagua, welche in Nähe der Insel Margarita liegt und für ihre perlenreichen Austern berühmt ist. Und genau von dort würde Jahre später der Überfall auf den Kontinent von statten gehen: Gonzalo de Ocampo gründete 1521 “Nueva Toledo” (das heutige “Cumaná”); von Curaçao aus erforschte Juan de Ampies die Westküste und gründete 1527 die Stadt “Santa Ana de Coro” (das heutige “Coro”) als Beginn der Ansiedelungen im Süden entlang der Ostküste des Maracaibosees. “El Tocuyo” wurde 1545 von Juan de Carvajal, “Barquisimeto” im Jahr 1552 von Juan de Villegas, “Valencia” im Jahr 1553 oder 1555 von Vicente Díaz oder Alonso Díaz Moreno, „Trujillo“ im Jahr 1558 von Diego García de Paredes, und “Mérida” im selben Jahr von Juan Rodríguez gegründet.

Innerhalb weniger Jahrzehnte war fast die ganze Westküste von Cumaná unter spanischer Herrschaft und die Siedler begannen eine solide Wirtschaft in diesem Gebiet auszubauen und sich immer mehr in die gemässigten Zonen des Landesinneren auszubreiten.

Zu der „Conquista“ durch die Spanier gesellten sich zwischen 1528 und 1546 die Eroberungsfeldzüge der Deutschen: Karl I von Spanien gewährte aufgrund des Erhalts eines Darlehens von den deutschen Bankiers der Welser diesen das Recht, die ganze Region, dessen Zentrum die Stadt Coro war, zu nutzen. Drei deutsche Forscher (Ambrosio Alfinger, Jorge Espira und Nikolaus Federmann) organisierten verschiedene Expeditionen in das Landesinnere, mit dem Ziel Gold und Diamanten zu finden: eine von Federmann angeführte Expedition, welche im Jahr 1538 vom Maracaibosee aus bis zu die Anden führte, erreichte das Hochplateau von Cundinamarca fast zur gleichen Zeit wie jene der grossen „Conquistadores“: Sebastián de Benalcázar, welcher vom Süden aus aufgebrochen war, und Gonzalo Jiménez de Quesada, Gründer von Bogotá.

Im Jahre 1531 fuhr ein anderer spanischer Seefahrer, Diego de Ordaz, den Orinoco flussaufwärts, sogar über dessen Zusammenfluss mit dem Caroni-Fluss hinaus. Die “Conquista“ Venezuelas durch die Spanier war bis zum Beginn des XVIII Jhds. ständigen Störungen ausgesetzt, einerseits durch die offiziellen Expeditionen und andererseits durch die Piraterieakte der Engländer, Franzosen und Holländer.

Im Jahr 1728 gründete die spanische Krone die Gesellschaft „Real Compañía Guipuzcoana” mit dem Ziel, die Metropole mit Kakao und Leder zu versorgen und den Schmuggel zu bekämpfen. Im Lauf der Zeit erhielt diese Gesellschaft das Handelsmonopol zwischen Venezuela und Spanien, wodurch eine unbehagliche Situation unter den Kolonisten provoziert wurde.

Die Holländer (die sich Curaçao angeeignet hatten) und die Franzosen waren die ersten, die auf jegliche Gebietsansprüche Venezuela betreffend verzichteten; die Engländer verloren, nachdem sie 1797 Trinidad besetzt hatten, jegliches Interesse an dem Land, das damals als arm und als ein Land ohne Zukunftsaussichten galt.

Selbst Spanien betrachtete Venezuela als ein Territorium ohne übermässig grossen Wert. Mehrere Jahrzehnte hindurch wurde das Land vom Vizekönigreich Neugranada (heutiges Kolumbien) regiert, bis im Jahre 1777 Venezuela durch die Errichtung des Generalkapitanats Venezuela, unter dessen Gewalt die Provinzen von Caracas, Cumaná, Maracaibo, Guayana und die Inseln Margarita und Trinidad gestellt wurden, und durch die Errichtung der Finanzintendatur, zu einer territorialen Einheit wurde, deren Hauptsitz in Caracas lag.


Im Jahre 1781 wurde der Handel mit den Allierten Spaniens und mit den neutralen Ländern gestattet, womit das Wirtschaftsmonopol, welches vorher in Händen der Gesellschaft Guipuzcoana gewesen war, ein Ende fand, was zu einem Anstieg der Exporte venezolanischer Produkte führte.

Ebenso erhielt mit der Einsetzung neuer Bodenkulturen und der Entwicklung anderer bis dahin vernachlässigter Kulturen, wie Kaffee, Indigo, Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr, die Wirtschaftstätigkeit einen neuen Aufschwung.

Die Gesellschaft war in drei deutlich verschiedene Schichten unterteilt: in die Spanier „von der Halbinsel”, relativ wenige an der Zahl, die die politische Macht in Händen hielten; in die “Kreolen”, Besitzer des Reichtums des Landes, jedoch von jeder leitenden Funktion auf politischer Ebene ausgeschlossen, ausgenommen auf kommunaler Ebene; und die Masse der Landarbeiter, Sklaven und das Subproletariat in den grösseren Städten, ausgeschlossen sowohl der politischen Macht als auch vom wirtschaftlichen Reichtum.

Aus all dem ergab sich eine extrem gespannte und gänzlich unstabile soziale Situation. Dessen ungeachtet beginnt oder erblüht während dieser Periode grösseren wirtschaftlichen Wohlstands das kulturelle Werk der Missionare der Kapuziner-, Jesuiten- und Franziskanerorden, welche zur künstlerischen Entwicklung des Landes ihren Beitrag leisteten.

Aber in den letzten Jahrzehnten des XVIII Jahrhunderts fanden die fortschrittlichen Ideen in der venezolanischen Hauptstadt eine ihrer Verbreitungsstätten, wie auch in ihren Männern herausragende Protagonisten in der Sache der Befreiung Amerikas: Francisco de Miranda (Caracas, 1750-1816), Kämpfer für die Befreiung der Vereinigten Staaten und des revolutionären Frankreichs bevor er den Versuch zur Befreiung seines Landes unternahm, und Simón Bolívar (Caracas, 1783-1830), militärisches und politisches Genie, ein Mann von grosser Kultur, und unbestrittener Führer der Befreiung des Hispanomerikas.

DIE UNABHÄNGIGKEIT

• Die Unabhängigkeitsbestrebungen
• Der 19. April 1810
• Die Unabhängigkeitserklärung (5. Juli 1811)
• Die „Campaña Admirable“ 1813 (der bewundernswerte Feldzug)
• Die Zweite Republik (1813-1814)
• Die Dritte Republik (1817-1819)
• Das Kolumbien des Bolívar (1819-1830)



UNABHÄNGIGKEITSBESTREBUNGEN


Im XVIII Jahrhundert gab es zwei Bewegungen, die die Geschichte prägten und die sehr wichtige Wegbereiter für die Befreiung waren. Im Jahre 1776 machten sich die englischen Kolonien vom restlichen Amerika unabhängig, wodurch der Weg frei war, und im Jahr 1789 war die französiche Revolution mit ihrer Proklamation der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ein entscheidendes Ereignis, das die Intellektuellen tief beeindruckte, welche erkannten, dass das in Venezuela bestehende Regierungssystem den neuen Idealen nicht angepasst war.

Diese Bewegungen in den Vereinigten Staaten und in Frankreich waren der Nährboden für die Aufständischen Chirinos, Gual y España und für die Expedition von Miranda im Jahr 1806 und ebneten den Weg für die Unabhängigkeit.

In Venezuela fühlten sich die “Kreolen” wegen gewisser Regeln, die ihnen die Spanier auferlegt hatten, benachteiligt, wie es später Simón Bolívar in seinem “Brief von Jamaika” ausdrückte:”…mit schockierenden Einschränkungen; dazu zählen die Verbote des Anbaues von Früchten aus Europa; der Alleinhandel mit Erzeugnissen, deren Monopol der König in Händen hält; das Hindernis, Fabriken zu errichten, die die Halbinsel selbst nicht besitzt; die ausschliesslichen Handelsprivilegien sogar für Artikel des täglichen Bedarfs; das Verhindern, dass die amerikanischen Provinzen zueinander in Kontakt kommen, sich verstehen oder Handel betreiben”.

Zu diesen Beweggründen kam der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, nämlich die Invasion Spaniens durch Napoleon Bonaparte, die dazu führte, dass König Karl IV und sein Sohn Ferdinand VII gezwungen waren, auf den Thron zugunsten Napoleons zu verzichten, welcher in der Folge seinen Bruder José Bonaparte zum König von Spanien ernannte.

Der 19. APRIL 1810

Der Kampf um die Unabhängigkeit erreichte am 19. April 1810 eine wichtige Etappe in Caracas, als eine Gruppe von Kreolen aus Caracas unter dem Vorwand, dass in Spanien ein Franzose regierte, eine Stadtratsitzung einberief, um bis zur Wiederkehr Ferdinands VII zum spanischen Thron eine eigene Regierung auszurufen.

Der Statthalter (erinnern wir uns, dass Venezuela ein Generalkapitanat war), Vicente Emparan, war damit nicht einverstanden und als er vom Fenster des Rathauses aus das Volk, das auf dem Platz “Plaza Mayor” (heute “Plaza Bolívar”) versammelt war, fragte, ob es wolle dass er sein Mandat fortsetze, gab der chilenische Priester José Cortés de Madariaga der Menschenmenge ein Zeichen, damit sie mit einem “NEIN” antwortete. Und so geschah es. Amparan sagte, dass er dann auch nicht weiter die Befehlsgewalt haben wolle, legte sein Amt nieder und fuhr mit seinen Mitarbeitern nach Spanien. Der Unabhängigkeitsprozess von Venezuela hatte begonnen.

Um Emparan zu ersetzen, wurde eine Gruppe von Personen unter dem Titel “Oberster Rat zur Erhaltung der Rechte Ferdinands VII” ernannt. Die ersten Massnahmen, die getroffen wurden, waren die Liberalisierung des Aussenhandels, das Verbot des Sklavenhandels, die Gründung der “Sociedad Patriótica” (zur Förderung der Landwirtschaft und Industrie), sowie die Gründung der Akademie der Mathematik.

Da es auch von Bedeutung war, internationale Anerkennung und Unterstützung zu erhalten, wurden mehrere Delegationen ins Ausland entsandt. Nach Curaçao wurden Mariano Montilla und Vicente Salias (Verfasser des Textes der Nationalhymne) entsandt und nach London: Oberst Simón Bolívar, Luis López Méndez und Andrés Bello. In die Vereinigten Staaten wurden Juan Vicente de Bolívar (älterer Bruder des Befreiers, der übrigens bei der Erfüllung dieser Mission bei einem Schiffbruch sein Leben verlor), Telésforo Orea und José Rafael Revenga gesandt.

Ausserdem wandte sich die “Junta Suprema” (Oberster Rat) an alle anderen Rathäuser Amerikas, damit sie “dem Beispiel, das Caracas gegeben hatte, folgten” indem sie sich dieser Bewegung anschlossen. Es wurde zu Wahlen im Monat November aufgerufen, um die Vertreter des ersten Kongresses von Venezuela zu wählen, welcher am 2. März 1811 mit Abgeordneten, die aus sieben Provinzen: Caracas, Barinas, Cumaná, Barcelona, Margarita, Mérida und Trujillo gewählt wurden, besetzt wurde. Die Provinzen Guayana, Maracaibo und Coro beteiligten sich nicht, da sie der Krone treu blieben.

Dieser Kongress war es, der zum ersten Mal die Fahne Venezuelas, bestehend aus den drei Farben Gelb, Blau und Rot, übernahm, wobei jene Fahne, die Francisco de Miranda bei seiner Expedition von 1806 mitgebracht hatte, mit zusätzlich sieben Sternen auf blauem Grund, (jeweils eine für jede vertretene Provinz) verwendet wurde.

Bei der Anwendung des Schemas der drei getrennten Gewalten wurde ein Oberster Gerichtshof unter der Leitung von Francisco Espejo eingesetzt und für die Exekutivgewalt wurde ein Triumvirat bestehend aus Cristóbal Mendoza, Juan Escalona und Baltazar Padrón ernannt. Auf diese Weise wurde der aus Trujillo stammende Cristóbal Mendoza der erste Präsident Venezuelas.

DIE UNABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG

Die “Sociedad Patriótica” die aufgerufen war, sich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu widmen, wurde zu einem Forum, in welchem Diskussionen und Vorträge abgehalten wurden, die zur Unabhängigkeit des Landes führten. Unter den eifrigsten Teilnehmern waren Simón Bolívar und Francisco de Miranda, nach seiner Rückkehr aus London.

Am 5. Juli 1811 überzeugten die Mitglieder der “Sociedad Patriótica” alle Kongressabgeordneten bis auf einen, die Unabhängigkeit Venezuelas auszurufen und ein für alle Mal die Verteidigung der Rechte Ferdinands VII ausser Acht zu lassen. Dieses Ereignis markierte die Errichtung des venezolanischen Staates. Mit der Abfassung der Unabhängigskeitsurkunde wurde Juan Germán Roscio betraut und der endgültige Text wurde am 7. Juli genehmigt.

Diese Republik hatte mit einigen Problemen zu kämpfen. Diejenigen, die sich der Unabhängigkeit Venezuelas entgegesetzten, die sogenannten “Realistas” (Königstreuen), beherrschten die Provinzen Maracaibo, Guayana und Coro. Spanien hatte eine Blockade über Venezuela verhängt, wodurch der Aussenhandel erschwert wurde, und organisierte den Widerstand unter dem Kommando vom Hauptmann Domingo Monteverde.

Zu allem Überdruss erschütterte am Kardonnerstag des Jahres 1812 ein starkes Erdbeben das Land, bei welchem 10.000 Personen den Tod fanden und Caracas und andere Städte weitgehend zerstört wurden. Dies war der Augenblick als Bolívar seinen berühmten Auspruch tätigte: “Auch wenn die Natur sich widersetzt, werden wir gegen sie kämpfen und wir werden erreichen, dass sie uns gehorcht.” Die Königstreuen jedoch und viele Geistliche, die sie unterstützten, sagten, indem sie das Unwissen der Leute ausnützten, dass das Erdbeben eine Strafe Gottes war, weil sie sich der Monarchie widersetzt hatten.

Die auf drei Personen aufgeteilte Exekutivgewalt war zu wenig flexibel und beschloss, Francisco de Miranda unumschränkte Machtbefugnisse zu geben, damit er das Vaterland, das im Entstehen war, verteidigte, indem man ihn zum “Generalísimo” ernannte. Miranda übertrug Oberst Ustáriz die Verteidigung von Valencia und Oberst Simón Bolívar die von Puerto Cabello, aber es war schon spät, keiner der beiden erreichte sein Ziel.

Miranda hatte keine andere Wahl als sich in San Mateo am 25. Juli 1812 zu ergeben, indem er ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnete, welcher von Monteverde nicht eingehalten wurde, der ihn, als er sich anschickte ins Ausland aufzubrechen, ins Gefängnis bringen liess. Ebenso liess er Tausende Personen, einschliesslich Frauen und Kinder, Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung, ermorden.

Miranda, Vorläufer der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, verknüpfte in seinem Plan Institutionen von Rom, der indianischen Welt und des monarchistischen Staates und strebte die Vereinigung der unabhängig gewordenen spanischen Kolonien in einer einzigen Nation an. Dieses Projekt schlug fehl, da Miranda nicht auf die Beteiligung der kreolischen Bevölkerung und noch weniger auf die der Mulatten, Schwarzen und Indios zählen konnte. Ausserdem wurde Miranda als Fremdkörper in seinem eigenen Land gesehen, da er in Europa gelebt hatte. Sein revolutionäres Denken sicherte ihm jedoch einen wichtigen Platz in der “Sociedad Patriótica”.

Miranda starb im Gefängnis von La Carraca, in Spanien, am 24. Juli 1816. Auch die Erste Republik war früh gestorben.


DIE “CAMPAŇA ADMIRABLE” (DER BEWUNDERSWERTE FELDZUG)

SIMON BOLIVAR zog nach dem Verlust von Puerto Cabello nach La Guaira und später nach Cartagena. Dort verfasste er am 15. Dezember 1812 das “Manifest von Cartagena”, in welchem er sich als grosser Staatsmann und Stratege zu profilieren begann. Mit diesem Manifest erlangte er die Unterstützung des Kongresses von Neugranada und erhielt materielle und humane Unterstützung, um die sogenannte “Campaña Admirable” durchzuführen, welche mit der Einnahme von San Antonio del Táchira am 1. März 1813 begann und mit dem triumphalen Einzug in Caracas am 7. August 1813 endete; von daher erhielt Bolívar den Titel “El Libertador” (Der Befreier).

DIE ZWEITE REPUBLIK

Mit diesem Begriff haben einige Historiker den Zeitraum von August 1813 bis Dezember 1814 bezeichnet. Diese Periode beginnt mit der Befreiung von Cumaná (3. August 1813) durch die Streitkräfte des Generals Santiago Mariño als Höhepunkt des Ostfeldzuges, und mit dem Einzug in Caracas des Generals Simón Bolívar an der Spitze seines in der sogenannten “Campaña Admirable” siegreichen Heeres.

Mit dem Einzug Bolívars in Caracas wird eine neue Republik errichtet, welche alle Provinzen bis auf Guayana und Maracaibo unter sich vereinigt. Eine Woche später jedoch begann der Kampf gegen Monteverde, der sich in Puerto Cabello verschanzte. Im September erhalten die Königstreuen Verstärkung aus Spanien. Die militärischen Erfolge der Patrioten dauern jedoch während des Jahres 1813 mit den Schlachten von Bárbula (dort stirbt der neugranadinische Anastasio Girardot) und mit dem Sieg über Monteverde in Las Trincheras am 3. Oktober, wo er gezwungen wird, das Land zu verlassen, an.

Ein für den Niedergang dieser jungen Republik entscheidendes Element war das Auftauchen eines spanischen königstreuen “cuadillo”, José Tomás Boves, welcher unter seiner Führung und mit dem Versprechen, ihnen die Reichtümer der Weissen zu geben, ein mächtiges Kriegsheer von Mulatten aus dem Flachland (Llaneros) befehligte.

Als das Heer unter dem Befehl von Boves und Morales in Richtung Caracas unterwegs war, nachdem die patriotischen Streitkräfte in La Puerta am 3. Februar 1814 besiegt worden waren, beschloss General José Félix Ribas, ihm den Weg bei La Victoria abzuschneiden. Zu diesem Zweck rekrutierte er als Soldaten Studenten der Universität und des Seminars von Caracas, wobei es ihm gelang ein Heer zu bilden, welches, obwohl es dem Feind zahlenmässig unterlegen war, diesen am 12. Februar 1814 besiegen konnte.

Am 12. Februar verteidigten sie sich in der Stadt La Victoria heldenhaft, bis sie von Campo Elías Unterstützung erhielten und den Rückzug von Boves erzwangen.

Boves organisierte sein Heer neu und nahm seinen Marsch nach Caracas auf. Die Grausamkeit von Boves war legendär und die Bevölkerung von Caracas wanderte zusätzlich zu jener, die schon vorher in andere Landesteile geflüchtet war, in den Osten des Landes aus. Bei dieser Flucht starben mehr Personen als die vom Erdbeben verursachten Todesopfer.

Danach versucht Bolívar erfolglos die von Morales befehligten königstreuen Truppen aufzuhalten.

Das Ende war unvermeidbar: die Kommandanten verfügten über wenig Truppen und hatten untereinander viele Differenzen. Am 11. Dezember verlor Bermúdez die letzte Feldschlacht in Maturín. Der Grossteil der patriotischen Kommandanten, mit Ausnahme von Monagas, Cedeño und Zaraza, flüchtete ins Ausland.


DIE DRITTE REPUBLIK

Die Dritte Republik beginnt mit der Wiedereinsetzung der republikanischen Institutionen in Guayana im Jahr 1817 und endet in Dezember 1819 auf Drängen des Befreiers Simón Bolívar mit der Gründung der Republik Kolumbien (bekannt unter dem Namen “Gran Colombia” (Grosskolumbien, umfasste die heutigen Republiken Kolumbien, Ekuador, Panamá und Venezuela).

Die Besetzung von Guayana war das Ergebnis von Kriegshandlungen, die von Manuel Piar, José Francisco Bermúdez, Luis Brión und dem Befreier unternommen wurden. Entscheidende Zusammenstösse waren die Schlacht von San Félix, die Besetzung von Angostura, die Belagerung von Guayana Vieja und die Schlacht auf dem Orinoco, die dazu führten, dass die Besetzung der Provinz Guayana 1817 erfolgreich beendet werden konnte.

Die Besetzung von Guayana markiert den Anfang einer neuen Phase im Kampf für die Unabhängigkeit, da die Republik erstmals einen fixen und endgültigen Platz, sowie die Möglichkeit, über wirtschaftliche Mittel zu verfügen und Kriegsmaterial zu erhalten, hatte, dies dank der Kontrolle, die die Patrioten nach und nach über die Missionen von Caroní und über die Flusschiffsfahrt auf dem Orinoco, was ihnen den Zugang ins Ausland ermöglichte, ausübten.

Angostura, Hauptstadt der Provinz Guayana wird zum Stabszentrum Bolívars, von wo aus er die politischen und militärischen Handlungen setzt, die ihn den Emanzipationskampf erfolgreich beenden lassen werden.

Von Angostura aus begann Bolívar den Feldzug durch die Llanos (Ebene) von Calabozo, wobei er erreichte, von Páez und seinen Llaneros als neuer Anführer anerkannt zu werden. Die Truppen Bolívars und von Páez besiegen Morillo am 12. Februar 1818. Andere wichtige Ereignisse dieser Zeitetappe waren die Einsetzung des Kongresses von Venezuela, welcher sich in Angostura am 15. Februar 1819 versammelte und der Feldzug von Boyacá, der Neugranada am 7. August 1819 die endgültige Unabhängigkeit gab.

Von Angostura aus schlägt Der Befreier die Gründung der Republik Kolumbien durch die Verfassung der Republik Kolumbien am 17. Dezember 1819 vor, wodurch eine einzige Republik durch den Zusammenschluss von Venezuela und Neugranada errichtet wird. Diese Tatsache lässt die Integrationsbestrebungen Simón Bolívars erkennen.

Die Dritte Republik ist somit mit der Gründung Kolumbiens (bekannt als “Gran Colombia”) abgeschlossen.

DAS KOLUMBIEN BOLÍVARS

Dieser grosse Staat, der von Bolívar gegründet und durch dem Zusammenschluss von Venezuela, Neugranada und Quito entstanden war, hatte eine Lebensdauer von 10 Jahren, von 1819 bis 1830.

“Gran Colombia” (Grosskolumbien) wurde zur Hoffnung für den Fortschritt seiner Mitgliedsländer, die durch die gleichen Ursprünge, Bräuche, Probleme und geographische Zone verbunden waren. Die Bemühungen gingen darum, zu einer “regionale Integration” innerhalb eines grossen politischen Blocks zu gelangen. Dies war der Traum des Befreiers Simón Bolívar, welcher glaubte, dass nur mächtige Staaten genügend Macht erlangen könnten, um innerhalb der Weltpolitik abzuwägen und zu entscheiden und Protagonisten der Geschichte zu sein und nicht bloss Objekte, die von den Grossmächten im Weltgefüge der Nationen herummanövriert werden. Von dieser Überlegung aus ist seine Besorgnis für die Konsolidierung von “Gran Colombia” (Grosskolumbien) und die Einberufung des amphiktyonischen Kongresses in Panamá zu verstehen.

Ab der Einsetzung der Verfassung von Cúcuta im Jahr 1821 begannen einige venezolanische Sektoren den übermässigen Zentralismus und die Geringschätzung der Probleme der Departements seitens Santander abzulehnen. Im Jahre 1826 ereignete sich die sogenannte “Cosiata” oder Rebellion des Generals Páez in Valencia, welche in der Auflösung Grosskolumbiens gipfelte. Einige venezolanische Gemeinden erklärten sich von der Regierung in Bogotá unabhängig und verlangten eine Reform der Verfassung von Cúcuta und die Gründung einer föderalistischen Regierung. Dieses Problem der Abspaltung Venezuelas verschärfte sich durch das Übereinkommen von Ocaña im Jahr 1828, als die verwaltungspolitischen föderativen und zentralistischen Ausrichtungen aufeinanderprallten.

Angesichts dieser politischen Uneinigkeit wurde das Übereinkommen von Ocaña aufgelöst; Der Befreier übernahm seinerseits am 27. August 1828 die oberste Gewalt und wurde damit damit zum unumschränkten Machthaber mit dem Titel “Befreier-Präsident”.

Die schwierige politische Lage am Ende “Grosskolumbiens” steht auch mit der wirtschaftlichen Krise im Zusammenhang, sowie mit der Beteiligung ausländischer Mächte, die an seiner Auflösung interessiert waren. Am 13. Mai 1830 spaltete sich Quito von Grosskolumbien, sowie auch die übrigen Provinzen Ecuadors, ab. Im September 1830 genehmigte der Kongress von Valencia in Venezuela die neue Verfassung und wählte José Antonio Páez zum ersten Präsidenten der Republik Venezuela. Am 17. Dezember 1830 starb in Santa Marta der Befreier Simón Bolivar, im gleichen Jahr der Auflösung Grosskolumbiens, seines “politischen Traumes”. Er hatte Neugranada in der Schlacht von Boyacá im Jahr 1919, Venezuela in der Schlacht von Carabobo im Jahr 1821, Ecuador in der Schlacht von Pichincha im Jahr 1822, sowie Perú in der Schlacht von Junín im Jahre 1824 befreit und Bolivien im Jahr 1825 gegründet.